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Hamburger Abendblatt zu den JahresausKlängen am 30.12.2006

Erschienen am: 03.01.2007
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Von Heike Linde-Lembke

 Norderstedt - Thomas Bock kann es nicht lassen. Legte er vor wenigen Monaten den Vorsitz des Norderstedter Amateur-Theaters (NAT) nieder, so gab er beim Konzert "JahresausKlänge" des Symphonischen Blasorchesters Norderstedt (SBN) in der "TriBühne" sein Debüt als Moderator. "Ich bin eben eine Rampensau", sagte der Mann, der als Amateurschauspieler schon Hunderte Theaterfreunde mit seinem Spiel zum Lachen brachte. Etwas mehr dieses selbstironisch-komischen Humors hätte seiner Moderation gut gestanden. Doch das Lampenfieber bremste Bock etwas aus. Als er im zweiten Teil den Anzug ausziehen durfte, wurde er lockerer.

Auch die 70 Musikerinnen und Musiker des Symphonischen Blasorchesters waren im zweiten Teil mehr in ihrem Element als im ersten. Denn für den wählten sie Blasorchester-Arrangements klassischer Streicher-Kompositionen. Es geigt sich aber dynamischer und schneller, als es sich bläst. Folglich fehlten der Ouvertüre zu Jacques Offenbachs Operette "Orpheus in der Unterwelt" die hinreißende Farbigkeit, Esprit und Eleganz. Vor allem aber von Johannes Brahms' "Ungarischen Tänzen" sollten Bläser im wahrsten Wortsinn die Finger lassen - nicht alles, was Note ist, muss schließlich geblasen werden. Der Czàrdàs von Vittorio Monti wurde von der Klarinetten-Solistin Anja Hesse gerettet, die das Stück bravourös meisterte. Zur Zitterpartie geriet der Strauß-Walzer "An der schönen blauen Donau", während beim Florentiner Marsch endlich die Blasmusik freiweg marschieren konnte. Welch' eine Erholung für Publikum, Orchester und auch für Dirigent Bernhard Volk.

Die Stücke des zweiten Konzertteils entsprachen endlich dem Stil des Blasorchesters. Mit dem Triumphmarsch aus Verdis Oper "Aida" zeigten sie ihre starken Seiten, die Komik und den Marsch-Rhythmus. Die Trompeter Gunnar Becker, Florian Rieseler und Thorben Grabinski bewiesen sich als Helden an Gartenschlauch und rotem Plastiktrichter und setzten dem Marsch herrlich schräge Akzente auf. Besten Bigband-Sound gab es in "Omens Of Love", und mit "Salute To American Jazz" gelang ein wunderbares Jazz-Medley.

Auch in den Soul-Klängen von "Soul Bossa Nova Quincy Jones" schwelgten die 70 Bläserinnen und Bläser, und mit einem Abba-Querschnitt spielten sie sich endgültig in die Herzen des Publikums in der "TriBühne".

erschienen am 2. Januar 2007


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